Die Reisezeit

Hallo meine treue und verehrte Leserschaft!

Ich bin angekommen in meinem neuen Projekt. Dazu später. Erstmal gibt es jetzt ein paar Zeilen und Fotos über die Zeit vom 16. Dezember bis Ende Januar. Ich war nämlich über einen Monat lang auf Achse und habe viel erlebt: Atemberaubende Aussichten, nette Leute kennen gelernt, aufregende Aktionen und einmalige Erfahrungen. Es ist zu viel passiert, um über alles berichten zu können. Es ist kein Tag vergangen über den ich nicht stundenlang erzählen könnte. Ich versuche mich aber kurz zu halten und das wichtigste einzubringen.

Wíe bereits in meinem kurzen Bericht während der Reisezeit gesagt, verabschiedete mich Great Barrier Island am 16. Dezember mit Tränen.

Mein erstes Ziel sollte Cape Reinga sein, der nordwestlichste Punkt der Nordinsel. Ich habe vorher oft gehört, das dieser Ort was magisches haben soll und man sich fühlt wie am Ende der Welt: Vor sich nur Wasser und hinter einem der Rest des Welt. Pustekuchen, nichts dergleichen. Es war verdammt nebelig und das einzige was ich sehen konnte, waren die ganzen Touristen um den Leuchtturm herum.

Die Tour im Northland führte mich auch zum Touristenziel Ninety Mile Beach. Der ist eigentlich keine 90 Meilen lang, dafür aber im Straßennetz von Neuseeland eingezeichnet. Höchstgeschwindigkeit 100 Stundenkilometer. Nachdem ich dann auf einem etwas zu klein geratenem Surfboard eine 80 Meter hohe Sanddüne runtergerast bin und der Touribus am Strand hielt zum Muscheln sammeln, wurde mir plötzlich klar, was Great Barrier Island so besonders macht. An diesem kleinen Strandabschnitt waren um die 100 Touristen. Nach meiner Zeit auf der Insel habe ich mich echt verloren gefühlt in dieser großen Menschenmasse und nach den endlosen Stränden ohne eine Menschenseele zurückgesehnt.

Nach einer Jetboottour, bei der ich mit knapp 80 Sachen über die raue See gepeitscht bin, war meine Northlandtour vorbei und ich wurde von Thomas, meinem Reisekameraden für die nächste Zeit; aufgegabelt. Nun waren wir also zu dritt: Thomas, Ich und das Auto! Ein tolles Team!

Ein kurzer Abstecher nach Coromandel, wo wir die üblichen Touristenziele Cathedral Cove und Hot Water Beach abgeklappert haben, stand auf dem Programm, bevor es dann nach Tauranga ging.

Cathedral Cove

Ein paar Tage haben wir dann dort verbracht und uns auf die bevorstehnde Zeit vorbereitet. Essen eingekauft, Sachen gepackt und das Auto beladen.

Und plötzlich stand Weihnachten vor der Tür. Kein Schnee und kein Weihnachtsbaum, ganz im Gegenteil. Die Sonne zeigte sich von ihrer besten Seite und statt den Christbaum zu schmücken konnte ich am Strand liegen. Heiligabend verbrachte ich in Gisborne mit anderen ICYE-Freiwilligen und Leuten, die ich bis dahin noch nicht kannte. Es war definitiv ein anderes Fest und nichts im Vergleich zum heimischen, aber dennoch es ein netter Abend.

Den nächsten Tag hatten Thomas und ich uns in Wellington bei Brian einquartiert per couchsurfing. Couchsurfing ist ne super Sache. Eine Internetcommunity in der man nach Leuten suchen kann, die einen Platz zum Schlafen zur Verfügung stellen können. Im Gegenzug können andere auch bei einem übernachten. Eine tolle Gelegenheit also, um neue Leute kennen zu lernen, fern vom Tourileben in den Alltag von Kiwis zu schauen und natürlich auch: Geld zu sparen. Diese Idee hatten aber nicht nur wir und da Brian einer der gastfreundlichsten Menschen ist, den ich je getroffen habe, hatte er nicht nur Thomas und mich an diesem Feiertag eingeladen, sondern noch vier weitere Deutsche, einen Belgier und eine Tschechin. Es war also ein internationaler Weihnachtstag. (Und wie klein Neuseeland dann doch ist: Den Belgier und die Tschechin seh ich momentan immer in der Innenstadt als Straßenmusikanten…)

Am nächsten Tag setzte ich dann das erste mal einen Fuß auf die Südinsel Neuseelands. Hier begann der Abenteuertip dann eigentlich erst richtig. Das Auto und das Zelt wurden zur Unterkunft der nächsten Wochen und den Herd tauschten wir gegen einen kleinen Gaskocher. Die Karre wurde umfunktioniert zu vielen Sachen: Bett, Schrank, Esszimmer, Wohnzimmer, Abstellkammer… Die erste Nacht im Auto war ziemlich unbequem, aber nachdem ich erstmal den Dreh raushatte, wie man sich wo hinlegt…nicht ganz schlecht.

Unter anderem bei einer Wanderung im Abel Tasman National Park und auch in Kaikoura habe ich das erste Mal in meinem Leben Seelöwen in freier Wildbahn gesehen. Nach dem Schwimmen mit Delfinen auf Great Barrier Island war das wieder ein feines Erlebnis.

Da das Wetter immer noch mies war, wurden wir dann mit diesem Bild konfrontiert…

…nach heftigen Regenfällen hat es einfach mal eben die Straße weggespült. Und das sollte für die Tour nicht das letzte mal gewesen sein, dass ich mit so einem Wetter beglückt wurde. Ein weiteres Mal kamen die Scheibenwischer nicht mehr gegen den Regen an. Es hat gegossen wie nie und die Einsatzkräfte waren im Dauereinsatz.

Trotzdem will ich mich über das Wetter nicht beklagen, denn da hatte ich echt Glück. Für all meine Aktivitäten hatte ich immer astreines Wetter, außer für die Raftingtour, aber da wurde ich eh nass. Und Sonnenuntergänge waren auch wunderschöne dabei.

Silvester habe ich in Christchurch verbracht, der Stadt in der ich jetzt das nächste halbe Jahr verbringe. Auf dem Cathedral Square, quasi dem Mittelpunkt der Stadt, gab es ein großes Konzert mit drei klasse Bands. Das Feuerwerk fand ich für eine große Stadt wie Christchurch zwar eher mager, aber dennoch war es eine gelungene Nacht, die 2011 einläutete. Übrigens habe ich eine SMS in das letzte Jahrzehnt verschickt. Zurück in die Zukunft…oder so!

Den Highway runter passierten Thomas und ich Dunedin und Invercargill um dann am südlichsten Punkt der Südinsel zu landen – Bluff. Südlicher liegt nur noch Stewart Island, Neuseelands drittgrößte Insel. Danach kommt schon Great Barrier 😉

Auf dem Weg sind wir immer mal wieder angehalten um die genialen Aussichten zu genießen oder einfach am Strand/See zu relaxxen.

Auch mein Geburtstag war im Reisemonat. Ja, 20 bin ich nun. Die 1 vorne ist weg und ich gehe auf die dreißig zu 😉 Danke für die Glückwünsche an dieser Stelle 🙂

Als Geschenk habe ich mir selber eine Tour auf dem Doubtfulsound gegönnt. Es hat mich ein wenig an den Urlaub in Norwegen erinnert.

Dann kam die wohl beste Aktion der ganzen Zeit Fallschirmspringen. Es war der absolute Wahnsinn. Seit langem wollte ich das schon gemacht haben und nun war die Zeit gekommen. Die Vorfreude war groß und die Aufregung überaschenderweise nicht vorhanden. Da saß ich nun also im Flugzeug auf dem Weg nach oben. Der Blick aus dem Fenster war atemberaubend. Lake Wanaka war zu sehen und im Hintergrund die mit Schnee bedeckten Berge, bei purem Sonnenschein. Dann gings auch ganz fix. Ich wurde an meinen Sprungpartner Sepp (Name von Redaktion geändert, leider vergessen :))geschnallt, Maske auf, Mütze auf, Luke öffnen…da ist es wieder das Gefühl. Nur beim Schreiben kommt das Kribbeln im Bauch schon wieder. UND AB DAFÜR!

Mit 200 Sachen der Erde entgegen. Was habe ich da gedacht? Keine Ahnung! Es war einfach nur geil. Es kam mir nicht so vor als ob ich der Erdoberfläche entgegen rase, sondern eher als ob ich in ein Gemälde springe. In den ersten Augenblicken war ich einfach überwältigt von dem genialen Gefühl und erst nach ein paar Sekunden konnte ich den Ausblick diesmal ohne Sitz unterm Hintern und einem dreckigen Fenster vor den Augen genießen. Ich hätte ewig fallen können doch … ZUUUM – die Leine wurde gezogen und der Fallschirm öffnete sich. Mit ein paar Drehungen und Kurven lenkte mich Sepp sicher dem Erdboden entgegen. Ein geiles Erlebnis und ich hoffe es war nicht das letzte mal, dass ich mich aus einem Flugzeug gestürzt habe!

Die letzte größere Aktion war dann die Gletschertour auf dem Fox Glacier. Eine 6 Stunden Wanderung auf Eis. Mal etwas komplett anderes. Bei knallender Sonne auf kaltem Eis laufen. Komisch, aber tiptop!

Auf dem Weg zurück auf die Nordinsel zum Mid Year Camp haben wir natürlich auch die meisten Touristenstellen mitgenommen. Pancake Rocks, Boulders,…

Auch Kultur durfte nicht fehlen. Viele der Museen in Christchurch, Wellington und Co. wurden daher auch abgeklappert. Und auch das neuseeländische Parlamentsgebäude bestaunte ich von außen und innen.

Eines der ersten Sachen, wenn man an Neuseeland denkt: Herr der Ringe. Ein paar der Schauplätze habe ich auch unter die Lupe genommen. Unter anderem war ich im Hobbitdorf. Fotos darf ich leider keine online stellen, aber es war schon echt beeindruckend. Das Hobbitdorf war aber der einzige Platz, wo man erkennen kann, dass dieser Ort wirklich im Film gezeigt wird. Die anderen sind so krass animiert, dass man es kaum glauben kann.

Auch allerlei anderer kleiner Aktionen und Attraktionen haben die Zeit zu einem wunderbaren Erlebnis gemacht: Surfen in Tauranga, Puzzling World, Speights-Brauereitour, Hochseilgarten, Casino, steilste Straße der Welt, Schokoladenfabriktour, und und und…

Auf der Nordinsel war ich dann kurz beim Mid Year Camp und bin dann auch schon wieder mit Jae, Nathan, HC, Jannis und Mo in 2 Autos Richtung Südinsel gefahren, eine Nacht in Wellington bei Brian verbracht, mit der Fähre übergesetzt und dann nach Christchurch zu unseren neuen Projekten gejuckelt.

Es war eine ereignisreiche Zeit. Um die 7500km bin ich in den paar Wochen durch Neuseeland gereist. Dabei fuhr ich auch durch Orte mit wohlklingenden Namen wie zum Beispiel Tutukaka, Katikati oder auch Bethlehem. Ich kenne Neuseeland jetzt vermutlich besser als Deutschland, bin aber froh endlich den Autositz gegen ein Zimmer eingetauscht zu haben. Reisen ist und bleibt anstrengend.

Mit diesen Leuten war ich die meiste Zeit unterwegs. Von links nach rechts: Mo, Jannis, Ich, Thomas.

Ein fettes Dankeschön an die coole Zeit. Auch an Yannick und Andy und alle, die meine Reisezeit zu dem gemacht haben, was es war: Fantastisch!

Auf bald, bis Wiedersehen!

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Mal ne kurze Nachricht

Erstmal allen ein frohes neues Jahr und frohe Weihnachten gehabt zu haben. Ich war schon auf meiner Reise und da war das alles nicht so einfach…

Orama ade und rein in den Reisemonat. Da bin ich nun also auf meinem Roadtrip. Momentan bin ich wieder in Wellington bei Brian (couchsurfing) und habe mir gedacht ich lasse Euch mal was von mir hoeren.

Seit dem 16. Dezember bin ich nun unterwegs. Great Barrier verabschiedete sich mit einem regnerischen Tag. Die Traenen, weil der Flo die Insel verlaesst. Der Abscheid fiel mir nicht so schwer wie ich gedacht hatte, was vermutlich auch daran lag, dass ich genau wusste, ich sehe zumindest Jae, Jorge, Jannis, Mo und Cindi in spaetestens einem Monat wieder. Ich wusste aber genau und weiss es immer noch, dass kein Projekt so sein kann wie Orama. Das Inselleben ist einfach ein Unikat. Viele Dinge, die normalerweise so einfach sind, muessen gut durchdacht werden, das ganze Zusammenleben laeuft ziemlich relaxxt ab und sowieso, GBI ist GBI. Ich werde die Zeit auf jeden Fall vermissen, das steht fest.

Von meiner Reise erstmal nur so viel: Es ist schon ne geile Zeit und ich habe echt viel erlebt. Neue Eindruecke, geile Aussichten, nette Leute, abenteuerliche Aktionen und einmalige Erinnerungen. Allerdings muss ich auch sagen ich freue mich wieder einen festen Platz auf Zeit zu haben und in die Arbeit zu starten. Was genau alles abging werde ich euch dann aus meinem neuen Projekt berichten.

Mein neues Projekt ist uebrigens suedlich von Christchurch. Cholmondeley Childrens Home heisst es. Dort werde ich mit Kindern arbeiten die in ihrer Familie Probleme mit Gewalt, Drogen, Alkohol und/oder Armut haben. (Internetseite: http://www.cholmondeley.org.nz)

Mit mir zusammen werden noch weitere ICYE-Volunteers dort arbeiten. Das sind Markus GER, Nathan FRA, Jae aus Korea, der mit mir auch schon in Orama zusammen gelebt hat und vermutlich ein weiterer Freiwilliger. Wir werden in unserer eigenen kleinen Wohnung ueber dem Kinderheim leben. Wie genau meine Arbeit, der Umgang mit den Kids und das ganze Leben dort aussieht werde ich auch spaeter berichten, weil ich momentan nur spekulieren kann. Ich war gestern fuer ein paar Stunden da, wurde rumgefuehrt und habe ebenfalls einiges von den ehemaligen Freiwilligen gehoert. Aber es soll ein paar Aenderungen geben…abwarten und Tee trinken. Ich werde das Ding schon schaukeln.

Im Vergleich zu Orama wird es natuerlich ein krasser Wechsel. Rasen maehen, Toiletten putzen und die Werkstatt aufraeumen werden durch die Arbeit mit den Kids ausgetauscht. 8 Stunden Strom werden zu 24 Stunden, ein bisschen Warmwasser zu einer warmen Dusche wann immer man will (Erdbeben ausgenommen), Handyempfang direkt am Wasser oder auf dem Berg zu „wuhu ueberall“ und die einsame Insel GBI mit 800 Einwohnern zu – zumindest in der Naehe von – Christchurch mit 350000 Einwohnern. Neue Arbeit verbunden mit purem Luxus 🙂

Vom 21. – 23. Januar werde ich noch in Rotorua sein zum Mid Year Camp und dann wieder nach Christchurch aufbrechen.

Da ist dann auch die Halbzeit meines Freiwilligendienstes. Am 27. Juli um 13:35 Uhr deutscher Zeit werde ich in Duesseldorf am Flughafen ankommen und meinen Fuss wieder auf deutschen Grund und Boden setzen. Das wird ein historischer Moment…

Ein dreifach kraeftiges HELAU natuerlich nach Otti und besonders an die Karnevalsecke Horst! Ich hoffe die Arbeiten kommen gut vorran und der Umzug wird ein Kracher! Viel Spass dafuer!

So ist das alles. Ihr duerft Euch auf einen langen Bericht, viele Fotos und in einem halben Jahr auf den Flo freuen!

Kuesschen!

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Nur noch zwei Wochen Insel…

Nun ist es auch schon wieder fast einen Monat her, dass ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Kommt mir nicht so lange vor, da ich hier momentan echt wieder viel erlebe. Lege ich mal los:

Meinen Plan für den Reisemonat habe ich noch nicht geändert. Ist also auf dem alten Stand.

Die Liste mit den Projekten habe ich ausgefüllt mit meinen Wünschen zurück geschickt. Mal sehen wann die Entscheidung kommt und vor allem welches Projekt es dann wird…ich werde berichten!

Kurz nach meinem letzten Bericht hatten wir einen genialen Tag. Wir haben uns den Donnerstag frei genommen und sind mit dem Boot von OPC raus gefahren zum Tauchen. Wir Freiwilligen zusammen mit Hannes. Auf dem Rückweg haben wir noch bei Green Island gehalten, um mal eben von der Klippe zu springen 😉

Zurück in Orama hieß es dann schnell sein, da wir direkt wieder lso sind mit dem Boot, um unser Dinner auf dem Boot zu genießen. Mit den Nachbarn zusammen fuhren wir mit dem Boot in den Sonnenuntergang. Geiler Tag!

Zwei Tage später sind wir wieder tauchen gewesen. Hannes hat für uns ein Boot organisiert mit dem wir zu einem der besten Tauchplätze in Neuseeland gefahren sind. Es war gigantisch. Riesige Fischschwärme, Hummer, Aale, dicke, fette Fische, coole Muscheln und allerhand anderes Zeug. An diesem Tag habe ich auch meinen ersten Fisch mit einer Harpune erlegt. Das hat den Killerinstinkt in mir geweckt.

Auf dem Rückweg gab es dann eine weitere Neuheit für mich. Direkt in der Bay von Orama habe ich einen Hai gesehen. Einen Hammerhai um genau zu sein. Ich weiß nicht ob es ein gutes oder schlechtes Zeichen ist, dass ich mir trotzdem keine Gedanken mache, wenn ich ins Wasser gehe. Der Hai war zwar nur ca. 1,50 Meter lang, aber Mutter und Vater müssen ja auch irgendwo rumschwimmen.

Nele ist momentan hier und wird Orama morgen auch schon wieder verlassen. Auch Hanno und Verena waren für eine Woche hier, sind aber schon wieder weg. Ich habe es sehr genossen, ein Stück Heimat auf GBI zu haben. Wir haben viel erlebt. Segeln, Schnorcheln, einen Campingtrip, Fischen und anderes Zeug.

Unsere Aufgaben wurden auch wieder geändert. Jenni und Cindi, eine neue Freiwillige arbeiten in der Küche und Jorge ist zurück ins „normale“ Team. Ich arbeite jetzt nur noch in der Werkstatt. Die sieht übrigens so aus als ob seit 30 Jahren keiner mehr aufgeräumt hat. Und genau das ist mein Job jetzt. Das Ding auf Vordermann bringen. Da bin ich momentan auch richtig fleißig und kommen meinem Ziel – eine saubere Werkstatt – näher.

Nele hat die Wäscherei übernommen und den anderen somit einen der miesesten Jobs abgenommen.

Einer der geilsten Tag in der letzten Zeit war dann als wir mit Simon auf einen Segeltrip gegangen sind. Noch bevor wir aus der Bucht raus waren, schwammen Delfine neben unserem Boot her. Nach kurzer Zeit fingen sie dann an zu springen und zeigten Kunststücke der Extraklasse. Es war atemberaubend. Was macht man dann? Richtig: HINEIN INS WASSER. Also ab ins kühle Nass und schon konnte ich wieder mit Delfinen schwimmen. Es war eins der besten Erlebnisse, die ich in meiner Zeit in Neuseeland hatte. Egal in welche Richtung ich geguckt habe, überall waren Delfine. Links, rechts, unter mir und selbst über mir manchmal. Es gibt ein paar richtig gute Fotos, die ich in den nächsten Tagen hoch laden werde, Ihr dürfte gespannt sein.

Die letzen zwei Wochen sind angebrochen. Die Weihnachtszeit ebenfalls, aber davon fühle ich bei dem Wetter absolut gar nichts. Es ist Dezember und hier ist der pralle Sonnenschein. Fühlt sich komisch an und Weihnachtsstimmung kommt mal so gar nicht auf!

Das war es auch erstmal wieder von mir.

Grüße ins vermutlich verschneite Deutschland aus dem sonnigen Neuseeland,

der Flo

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Ja, ich schon wieder ;)

Was gibt’s Neues? Gar nicht so viel. Aber wie gesagt, ich versuche mal mich öfter zu melden 😉

Ich bin momentan dabei meinen Reisemonat zu planen und am überlegen, wo es für mich im zweiten halben Jahr gehen soll. Auch wenn es für manche vielleicht verrückt klingen mag, aber ich überlege hier in Orama zu bleiben. Momentan steht es 50/50 für gehen und bleiben, würde ich sagen. An manchen Tagen genieße ich es hier so, dass ich denke ich MUSS hier bleiben. Dann gibt es wieder andere Tage an denen ich mir denke: Es war schön für ein paar Monate. Ich habe viel Neues erlebt und das Inselleben in vollen Zügen genossen. Jetzt ist aber Zeit für etwas mehr soziale Kontakte und ein – nennen wir es „normaleres“ – Leben. Es ist zwar echt cool, dass ich mich innerhalb von 5 Minuten im Wasser sein kann um zu Schwimmen, Schnorcheln, Tauchen, Fischen, Kajak fahren oder sonst etwas zu machen. Andererseits fehlt einfach etwas wie ein Sportverein oder Nightlife. Ihr seht also, ich bin hin und her gerissen und ich weiß momentan echt noch nicht wo es für mich hingehen wird. Die Tage soll es eine neue Liste mit den Projekten geben, damit ich mich entscheiden kann. Ich hoffe, dass ich bis dahin eine etwas genauere Vorstellung habe.

Der Reisemonat: Ich werde Orama wahrscheinlich am 16. Dezember verlassen. Werde ich wiederkommen? – Ich weiß es nicht. Eine Woche werde ich dann noch auf der Nordinsel verbringen und mir Coromandel sowie Northland anschauen. Weihnachten werde ich nach jetzigem Stand mit Yannick, Andy und Thomas verbringen. Dann geht es für uns vier in zwei Autos los. Über Wellington auf die Südinsel. Auf der Liste stehen unter anderem Christchurch, Queenstown, Dunedin, einer der zwei großen Gletscher, Milford Sound und Fiordland. Silvester also möglicherweise in Christchurch? Wer weiß das jetzt schon… Außerdem habe ich vor mir ein paar Adrenalinkicks zu holen. Bungee und Fallschirmspringen sind nur zwei der Sachen, die ich gerne machen würde. Momentan ist das alles aber nur in meinem Kopf und es gibt noch nichts, was wirklich fix ist. Alles also noch ziemlich unklar. Aber nun gut – Kommt Zeit, kommt Rat. Hoffen wir´s!

Seit ein paar Tagen haben wir Verstärkung bekommen. Jenni aus Bremen ist als neue Freiwillige ins Team gestoßen. Sie wird zusammen mit Jorge in der Küche helfen.

Letztens ist dann das eingetreten, wovon Hannes immer nur erzählt hat, wenn es um Prioritäten bei der Arbeit geht. Und plötzlich gab es eine ganz wichtige Aufgabe. Also alles stehen und liegen lassen. Die Kühe sind durch den Zaun gebrochen. Drei der Viecher liefen also auf dem Gelände rum und wollten wieder eingefangen werden. Die Kühe hielten ganz Orama auf Trab. Den Hügel runter über die Wiese vor dem Hauptgebäude waren die Kühe kurz davor ein Bad im Ozean zu nehmen. Zusammen haben wir es dann geschafft die Tiere wieder in ihr zu Hause zu bringen. Lustig wars!

An einem Abend gab es hier ein spektakuläres Event: Schneckenrennen! Organisiert von der lokalen Okiwi School sollte dadurch Geld in die Schulkasse gespült werden. Jedes Kind brachte also eine Schnecke an den Start. Diese wurden auf einer Aktion an die Männer und Frauen gebracht. $900 brachte das Ganze ein. Verrückt! Besitzer und „Trainer“ der ersten drei Schnecken bekamen einen Anteil, der Rest ging an die Schule.

Momentan ist TV NZ hier. Was ist an der Gruppe so besonders? Eigentlich nichts, außer dass sie mehr bezahlen als normal. Heißt für uns: Es gibt ein paar Extras vorzubereiten. Auch wegen dieser Gruppe ist Jimbo wieder da. Der ehemalige Navykoch ist ein Profi in der Küche und ich habe mich auf seine Ankunft und speziell auf sein Essen gefreut. Ich profitiere also auch von der TV NZ-Gruppe. Neben einer Menge Arbeit gibt es also leckeres Essen.

Neue Fotos gibt es auch im Picasa-Album. Lade ich sofort hoch.

Ich werde mich jetzt wieder daran setzen meinen Reisemonat weiter in Form zu bringen.

Bis zum nächsten Mal, Euer Flo

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Ja, ich lebe noch!

Jaha…viel ist passiert seit meinem letzten Eintrag. Eine ganze Menge sogar. Ich weiß eigentlich gar nicht wo ich anfangen soll. Ich war einfach zu beschäftigt in letzter Zeit und natürlich auch zu faul. So ist das halt mit mir und dem Schreiben, war in der Schule ja auch nicht anders. Aber nun endlich ein Lebenszeichen von mir.

Zu den Neuigkeiten. Ich fang mal an dem Tag nach meinem letzten Beitrag an.

Die „Party“ war keine richtige Party, sondern ehern ein Abendessen. Ich erspare mal Einzelheiten, aber Jannis hat bei der Auktion für uns einen Baum und 2 Poster ersteigert. Es war sehr amüsant und mal was anderes.

Unser geplanter Aucklandtrip musste leider wieder verschoben werden, da wir hier sein mussten, um das Camp für eine neue Gruppe fertig zu machen.

Übrigens habe ich auch meinen ersten Zahnarztbesuch hinter mir. Ich habe mir sonst was ausgemalt wie die Praxis aussehen könnte, wurde aber positiv überrascht, da es sich von der gewohnten in Otti nicht wirklich unterscheidet. Die Schmerzen sind jetzt weg und ich habe keine Probleme mehr beim Essen. Sweet as!

An einem Tag gab es hier in Orama eine riesige Aufregung. ALARM! Explosion bei den Gasflaschen. Die Sirene heulte. Also habe ich mich aufgemacht zum Sammelpunkt. Wir haben zwei Verletzte. Mo und Brian. Bewusstlos lag Brian neben den Gasflaschen. Wir haben schnell Wasser geholt um seine Verbrennungen zu kühlen. Auch Mos Verletzungen wurden behandelt. Nach ein paar Minuten war dann alles vorbei. Alles nur eine Übung. Zum Glück. So ist das halt auf Great Barrier. Eine Feuerwehr gibt es hier nicht. Wenn es also brennt, bleibt uns nichts anderes übrig als nach draußen zu gehen, Stöcke zu suchen und Marshmellows zu machen. Ne, aber im Ernst: Sollte ein Feuer ausbrechen oder sonst was passieren, sind wir mehr oder weniger auf uns allein gestellt. Aus dem nahegelegenen Dorf könnten ein paar Helfer kommen, aber bis ein Feuerwehrwagen auftaucht, kann das schon ein Weilchen dauern. Hoffen wir also das Beste.

Seit dem letzten Eintrag haben wir jetzt jeden Donnerstag in Orama Neighbournight. Heißt: Viele Leute aus der Nachbarschaft von Orama kommen, essen mit uns und danach wird irgendwas veranstaltet. Je nachdem wie das Wetter ist kann das Tischtennis, Basketball, Badminton oder irgendwas anderes in der Turnhalle sein oder auch einfach draußen ein bisschen Rugby spielen, rumsitzen und sich unterhalten. Seitdem sind hier zwischendurch auch mal wieder junge Leute. Auf einer Farm in der Nähe arbeiten ebenfalls Freiwillige. Auch die kommen aus allen Herrenländern. Frankreich, Japan, England, Deutschland, …

An einem Wochenende haben Jannis, Mo, Jorge und ich uns aufgemacht, um Mount Hobson zu erklimmen. Der höchste Punkt auf GBI und auch der höchste in der Auckland Region. Um die 630 Meter. Vom Windy Canyon aus sind wir losgestiefelt. Ich weiß, dass ich nicht unbedingt der fitteste bin, aber nach kurzer Zeit war ich schon ziemlich am Ende und habe mir gedacht, wo das nur enden soll. Nachdem die gefühlten 27385 Stufen genommen waren, hatte ich einen genialen Ausblick vom Gipfel. Das Wetter hätte besser sein können, aber dennoch konnte ich weit gucken und viel entdecken. Vorbei an Wasserfällen, über Hängebrücken, Stock und Stein ging es auf den Heimweg. An einer Abzweigung haben wir uns für den längeren Weg entschieden, der direkt zur Einfahrt von Orama führt. War nicht unbedingt die beste Entscheidung. Rauf und runter, rauf und runter. Nach jedem Hügel dachte ich, das muss es langsam gewesen sein. Pustekuchen, nix ist! Mehr Hügel auf GBI als Fettzellen in einem Sumoringerbauch. (Ein wunderschöner Vergleich finde ich) Endlich am Ende des Weges habe ich mich auf eine entspannte Autofahrt runter zum Camp gefreut, da Martin und abholen wollte. Doch bei dem Verlauf des Tages, war es keine große Überraschung, dass Martin verschollen war. Also mussten die letzten Meter auch noch zu Fuß hinter sich gebracht werden. Es war hart, es war wirklich hart, aber die Strapazen haben sich gelohnt.

Kommen wir nun zu einem der Höhepunkte der letzten Zeit (Trommelwirbel):

ROADTRIP

Tag 1

Wir haben uns im Voraus überlegt Waikato zu erkunden. Hamilton, Cambridge und weitere Sachen standen auf dem Programm. Bevor es aber mit dem Auto auf dem lang ersehnten Festland losgehen konnte, mussten erstmal die 90km, die uns von Auckland trennen, überwunden werden. Wir hatten uns für die Fähre entschieden, da wir ja schon mit dem Flugzeug hierhin gekommen sind und weil es billiger ist. Flugzeug hätten wir aber eh nicht machen können, da alle Flüge wegen schlechtem Wetter gestrichen wurden. Und auch die Crew der Fähre war am überlegen, ob sie sich bei diesem Wetter wirklich auf den Weg machen wollte. Daher mussten wir erst noch zwei weitere Stunden auf eine Entscheidung warten. Wie auf heißen Kohlen und gepackten Koffern, saßen wir in unserer kleinen Wohnung, bis endlich die erlösende Nachricht kam, die Fähre fährt. Auf nach Tryphena, wo die Fähre ablegt. Vor unseren Trip sagte uns jeder, dass das ein ziemlich turbulenter Trip wird. Das schlechte Wetter konnten wir dann am eigenen Leib erfahren. Die ersten 15 Minuten waren echt lustig. Up, up, up, down, down, down, SMASH! Wie im Film knallte das Boot von den Wellen runter aufs Wasser. Die nächsten zwei Stunden habe ich dann damit verbracht, mein kostbares Frühstück bei mir zu behalten. Ein paar Sachen musste ich mir aber einfach noch mal durch den Kopf gehen lassen. Höllentrip, so nannte Jae es nachher. Ihm ging es nämlich genauso wie mir. „$120 for the trip to hell!“

In Auckland angekommen haben wir uns schnell ein Backpacker gesucht. Danach wollten wir eigentlich gebührend den Geburtstag von Jorge feiern. Doch wir waren alle total im Eimer. Wir suchten uns einen Pub. Wir kamen, wir aßen, wir gingen. Das war dann auch der Abend. Für eine Großstadt war übrigens ziemlich wenig los auf den Straßen. Nicht zu vergleichen mit einer pulsierenden Stadt wie Berlin, wo auch Dienstagabends was los ist. Nach dieser Überfahrt hatte ich das Gefühl, dass sich nicht nur mein Bett wie nach einer durchzechten Nacht bewegt, sondern das ganze Backpacker.

Tag 2

Zu Beginn unserer Reise brauchten wir natürlich ein passendes Vehikel. Wir, gar nicht dumm, haben uns natürlich schon von GBI aus ein Auto gemietet. Das hat uns im Voraus viel Zeit und Nerven gekostet, da dieser Campervan zu teuer war, der passende nicht verfügbar, ein Wohnmobil zu viel des Guten und ein Auto so groß wie eine Butterbrotsdose für 5 Leute mit Gepäck nun mal zu klein ist. Nach vielen Telefonaten und mehreren Stunden hatten wir dann ein mehr oder weniger passendes Gefährt gebucht. Eigentlich aber mehr nach dem Motto: „Buch jetzt endlich was, mir geht die ganze Suche auf die Nerven!“

Der erste Programmpunkt an diesem Tag war also das Auto abholen. Überaschenderweise passten wir alle MIT Gepäck recht komfortabel in unser Gefährt für eine Woche: Nissan Travella. Nicht schön, aber passend. Der erste Weg führte uns raus aus Auckland zum Silvia Park, ein riesiges Einkaufszentrum. Die weibliche Seite kam raus und es hieß: Shopping! Nach 2 Stunden in der Zivilisation wollten wir uns dann wieder auf den Weg machen. Doch SCHOCK! Die Karre springt nicht an. Das fängt ja gut an. Gerade unterwegs und schon Probleme. Doch wir hatten Glück. Zum perfekten Zeitpunkt kam ein Service Car an uns vorbeigefahren. Hilfsbereit wie die Neuseeländer sind, hat er uns Starthilfe gegeben. Es sind auch viele andere angehalten und wollten helfen. Nettes Volk.

Die Nacht verbrachten wir im Finlay Park. Ein weiteres ICYE-Projekt in Cambridge. Wir hatten einen schönen Abend mit den Freiwilligen Nathan und Teresa und außerdem eine kostenlose Unterkunft. Baby, yes!

Tag 3

Fit wie ein Turnschuh ging die Reise am dritten Tag weiter. Unser Ziel: Te Kuiti und die Waitomo Caves. Nachdem wir unsere Sachen bei Lucy in ihrem Projekt in Te Kuiti gelassen haben und einen kurzen aber kompletten Rundgang durch die tobende Innenstadt hinter uns hatten, fuhren wir zu den Waitomo Caves. Wir haben allerdings nicht den normalen Touristentrip gemacht, sondern waren mit Doug, unserem Instructor, ein wenig außerhalb. Mit der Ausrüstung sah ich aus wie ein unprofessioneller Bergarbeiter. Vor allem der Helm mit Lampe machte einiges her.

Was ich dann erlebt habe, lässt sich mit einem Wort nicht beschreiben. Keine Besichtigung, keine Wanderung, kein Klettern, kein Kriechen, kein Schwimmen, sondern einfach alles zusammen. Manche Gänge und Löcher waren so schmal, dass mein kleines Bäuchlein mir das ein oder andere Mal nicht so behilflich war. Aber dennoch, ich habs gepackt!

Tag 4

Das erste was ich an diesem Morgen spürte, waren Rückenschmerzen. Die Luftmatratze war super, weil ich endlich einmal ein Schlafgelegenheit hatte, bei der meine Füße UND mein Kopf Platz hatten, gemütlich ist aber dennoch was anderes. Aber ein Indianer und ein GBIer kennen keinen Schmerz. Auf also nach Raglan, dem nächsten Punkt auf der Karte. Genau auf der konnte man zwei Wege sehen, die nach Raglan führen. Der einfache über den Motorway, der übrigens mit einer deutschen Autobahn nicht zu vergleichen ist. Die meisten Landstraßen in Deutschland sind ähnlich gut ausgebaut. Wir entschieden uns aber für die abenteuerreichere Variante: Backroads. Der Anfang war recht einfach und wir kamen gut voran. Doch es entwickelte sich anders. Irgendwann kamen wir an einem Punkt an, an dem wir schon dreimal waren, da wir ein paar Mal gedreht und gewendet hatten. Die Karte passte mit dem Weg einfach nicht überein. Irgendwas muss hier verkehrt sein. Die Karte kann es nicht sein. Dass am Anfang der Backroads ein Schild stand mit der Aufschrift „Nächste Tankstelle erst ein 105km“ brachte unsere Laune nicht gerade nach oben. Plötzlich fiel uns dann ein Straßenschild auf. Das hatten wir schon einige Male gesehen, aber erst jetzt nach der Frustration fiel uns etwas Merkwürdiges auf und tatsächlich: Dieses verdammte Ding war um 90 Grad gedreht. Endlich auf dem richtigen Weg, erreichten wir nach einigen Stunden unser Ziel Raglan. Ich bin übrigens das erste Mal gefahren hier in Neuseeland, GBI ausgenommen. Es hat ganz gut geklappt, fühlt sich aber einfach falsch an. Manchmal blieb mir auch fast das Herz stehen beim Abbiegen. Aber hey, wir leben noch alle.

In Raglan haben wir dann nach einer Bleibe gesucht. Die Backpackers waren uns zu teuer, also zum Infocenter. Die sagten uns, dass das Backpacker aber das billigste sei. Also haben wir uns gedacht, pennen wir halt im Auto, wird eng aber gemütlich. Doch dann kam Mo aus dem Infocenter raus mit einem Lächeln im Gesicht: „Wir haben ein Haus!“ Ein ganzes Haus für uns. Und das auch noch für weniger Geld als ein Backpacker. Der Wahnsinn. Jedes Backpacker ist im Vergleich ein Witz. Große Betten, TV, Küche, Badewanne, Whirlpool,…

Das ganze auch noch nah an der City. BÄÄM! Das Bett, ist das erste in Neuseeland gewesen, in das ich komplett reinpasste. Die ganze Geschichte hat mich schon ein bisschen an American Pie erinnert.

Die erste Fahrt in Raglan führte uns zum Strand. Kranke Aktion? Sicherlich! Wir haben uns bei gefühlten 2 Grad in die Fluten gestürzt. Und mal wieder hatten wir einen genialen Strand für uns alleine.

Abends sind wir dann ins Nachtleben gestartet und ich konnte das erste mal die berühmte Live-Musik in Neuseelands Pubs erleben. Geil! Die Jungs waren ne Mischung aus Bob Marley und Red Hot Chili Peppers, echt super! Perfekter Abend.

Tag 5

Wegen dem bescheidenen Wetter, habe ich den TV mal angeschmissen. Ich wollte es eigentlich nicht wahrhaben, aber hier läuft echt noch mehr Müll als in Deutschland. Auch mehr Werbung gibt es. Ganz weit vorne bei den Nachrichten: Oppossumweitwurf. Das Ding also wieder aus gemacht. Wir fuhren dann zu einem Wasserfall in der Nähe. 55 Meter. Eindrucksvoll.

Am Strand waren wir auch noch. Da zeigte sich aber nicht das übliche Bild, was man von Urlaub im Kopf hat, mit braungebrannten Körpern und viel nackter Haut, sondern eher wie ich das von Norderney und Borkum in Erinnerung habe. Spazieren gehen bei starkem Wind. Trotzdem ging es wieder ins kühle Nass. RATTENKALT, aber lustig!

Tag 6

Wir mussten unser Anwesen heute räumen und haben uns auf den Weg nach Auckland gemacht zu Yannicks Projekt. Er ist ebenfalls ein Freiwilliger aus Deutschland, der mit ICYE in NZ ist. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Hamilton und ewig langer Fahrt, erreichten wir Mount Tabor Trust nördlich von Auckland. Hierbei handelt es sich um eine Farm, auf der mehrere Menschen mit Behinderung zusammen mit Freiwilligen und Mitarbeitern leben.

Den Abend haben wir am Strand verbracht. Lagerfeuer, Bier und Fish&Chips. Perfekt. Was ich schon in viele Reiseführern gelesen habe, kann ich jetzt auch persönlich bestätigen. Der Sand an der Westküste ist wirklich schwarz.

Die Schmutzwäsche wird immer mehr und das Bedürfnis nach richtigem Essen wird größer. In den letzten Tagen gab es fast nur Fast Food und Brot. Für ne Zeit lang in Ordnung, aber nicht zu lange.

Tag 7

Der letzte Tag der Tour. Nach einem kurzen Stopp zum Einkaufen in der Zivilisation bevor es zurück in die Wildnis ohne Shoppingstreet geht, haben wir in Auckland das Auto abgegeben und sind  mit Sack und Pack zum Hafen gelatscht. Dort haben wir uns eine Bank gesucht, auf der wir die nächsten Stunden verweilen sollten. Um Geld zu sparen, kann man so was halt schon mal machen. Nach einiger Zeit haben wir uns dann aber auf den Weg zu Mäcces gemacht. Nicht unbedingt weil wir Hunger hatten, sondern weil es dort einfach warm war. Top Laden: Open 24/7, Getränke zum Nachfüllen. Meinen persönlichen Rekord von München habe ich nun um Längen getoppt, Fast 8 Stunden haben wir dort verbracht. Viele Leute kamen und gingen, doch wir blieben. Es war wundervoll. Die Mitarbeiter wurden zu einer Art Familie und man fühlte sich heimisch. Ja, es war schon ein schwerer Abschied J Als zweites Projekt vielleicht ne gute Alternative. Strom, Internet, fließend Wasser, Essen, zentral gelegen, was will man mehr.

Der Trip mit der Fähre war ruhig.

Eine tolle Woche. Trotz einiger Unstimmigkeiten – bei 5 Personen kein Wunder – haben wir immer einen Kompromiss gefunden und ich denke, dass im Endeffekt alle zufrieden waren mit der Woche, ich bin es auf jeden Fall.

Zurück im Projekt kehrte dann der Alltag wieder ein. Arbeiten und die Nachmittage bzw. Abende genießen.

Ein weiterer Höhepunkt in der letzten Zeit war mein Tauchkurs. Ich habe jetzt die Lizenz zum Atmen unter Wasser. Überall auf der Welt kann ich bis zu 18 Meter tief tauchen.

An zwei Wochenenden wurde uns die Theorie beigebracht und die nötigen Tauchgänge gemacht. Die Tage waren lang, aber es hat sich echt gelohnt. Normalerweise müsste man für einen Tauchkurs nach Auckland, doch für uns ist Tim, der Tauchlehrer, extra nach Orama gekommen. Das erste Mal in der Tauchausrüstung habe ich mich gefühlt wie ein Kampftaucher.

Im Wasser haben wir erstmal die Schnorchelskills und die Basisskills gelernt. Heißt: Was mache ich, wenn mir die Luft ausgeht, ich meinen Tauchpartner verliere oder andere Probleme habe. Wie Fahrschule: In der ersten Stunde geht’s auch noch nicht auf die Autobahn.

Die weiteren Tauchgänge waren einfach atemberaubend. Da unten ist es einfach eine andere Welt. Rochen, Krebse, Fischschwärme, Nemos und vieles anderes Zeugs, das man sonst nur aus dem Biobuch oder der Speisekarte kennt.

Ich hoffe, dass ich hier noch öfter zum Tauchen komme. Ganz in der Nähe ist einer der besten Tauchspots Neuseelands. Da will ich auf jeden Fall noch hin bevor es schon bald heißt: Auf Wiedersehen Orama.

An einem Tag wurde mir klar, dass Rugby hier der absolute Nationalsport ist und sich nur wenige für Fußball interessieren. Wir waren im Boat Club, weil Jorge das Fußballspiel Honduras gegen Neuseeland gucken wollte. Zur gleichen Zeit lief aber auch ein Rugbymatch. Es war wohl eher ein unwichtiges Ligamatch und dem Spiel der neuseeländischen Fußballnationalmannschaft wurde keinerlei Beachtung geschenkt. Die letzen Minuten konnten wir dann doch noch gucken und selbst ein verschossener Elfmeter von Neuseeland in der letzten Minute, der spielentscheidend war, führte nicht zu Tränen oder Schreianfällen.

Meine Woche bei OPC war ziemlich geil. An einem Tag bin ich mit der Gruppe zusammen auf eines ihrer Abenteuer gestartet. Ich war mit den Kids zusammen Schnorcheln, Schwimmen, Kajak fahren und Coasteering. Was das genau ist erzähl ich gleich.

Außerdem habe ich noch zwei Aufgaben gekriegt. Wäscheleinen installieren und Regale bauen. War sehr interessant und definitiv was anderes als die normalen Aufgaben für Orama.

Letztes Wochenende habe ich viel gemacht. Zusammen mit einem der OPC-Instructors und einigen anderen Leuten war ich auf einem Coasteeringtrip. Coasteering: An der Küste Felsen hochklettern, an zu schweren Stellen ins Wasser springen und drumherum schwimmen. Ein paar bestaunenswerte Höhlen waren dabei und die beste Sache: Klippenspringen. Um die 8 Meter ging es runter, bevor ich ins Wasser eintauchte. Hammergeil!

Außerdem waren wir noch bei den Hot Springs auf Great Barrier. An einer Quelle gibt es ein paar Stellen an denen das Wasser warm oder sogar heiß ist. Man kann einfach drin sitzen und relaxxen. Ist fast wie ein Salzwasserbecken im Schwimmbad, nur ganz natürlich. Abends ging es dann noch raus aufs Meer zum Wasserski. Ich habe mein Bestes gegeben, aber nunja. Schwimmen macht auch Spaß 😉

Surfen wollte ich auch mal probieren. Habe ich auch. Allerdings waren die Wellen zu klein. Vielleicht lag es auch an mir, aber ich finde die Theorie der zu kleinen Wellen irgendwie angenehmer. ABER: Einmal stand ich mit einem Bein und einem Knie auf dem Brett. Für eine Stunde ohne Trainer ist das schon ne gute Leistung denk ich J

Auch sonst ist zwischendurch immer mal was passiert. Ich plauder mal einfach ein bisschen aus dem Nähkästchen:

Ich werde hier langsam immer mehr zum perfekten Hausmann. Putzen, Wäsche waschen, Betten machen, Staubsaugen, Müll wegbringen und Kochen. So jemanden wünscht man sich doch zum Schwiegersohn.

Apropos Kochen: Da hier in Orama viele verschiedene Nationalitäten aufeinander treffen, gibt es immer mal wieder kulinarische Köstlichkeiten. Vor allem wir Freiwilligen probieren zwischendurch heimische Rezepte aus. So gab es in letzter Zeit scharfes koreanisches Essen, Tortillas von Jorge aus Honduras und auch wir Deutschen ziehen uns zeitweise die Kochschürze an. Manche Sachen klappen nicht auf Anhieb, aber satt werden wir immer.

Wo wir gerade beim Essen sind. Bei dem Trip mit der OPC-Gruppe habe ich frischen Seeigel probiert, also das innere Zeug. Maritimes Essen war bist jetzt nie so meins, aber seitdem ich hier bin, esse ich immer mehr davon. Und es schmeckt. Gerade wenn der Fisch frisch gefangen ist.

Vor allem die OPC-Gruppen bringen frischen Wind in den Laden. Unausgelastete 13-jährige verbringen hier eine Abenteuerwoche. Viele Leute kommen und gehen. Ich hab das Gefühl, dass ich langsam zum Inventar werde und als Mitarbeiter für längere Zeit akzeptiert werde. Ist ein gutes Gefühl, aber wenn ich dann daran denke, dass es in 2 Monaten schon woanders hingeht…die Zeit vergeht wie im Flug.

Unser Raster hat sich geändert. Seit ein paar Wochen arbeitet Jorge jetzt nur noch in der Küche. Einer ist immer noch bei OPC und die anderen drei erledigen die anfallenden Aufgaben komplett zusammen. Hat Vor- und Nachteile, aber das wichtigste ist, es funktioniert. An manchen Tagen ist man dadurch zwar ewig lange beschäftigt, an anderen Tagen kann man aber auch früh Schluss machen und die Sonne genießen. Die ist übrigens jetzt fast jeden Tag hier. Die Temperaturen steigen und die Stimmung wird dadurch besser.

Ich hab meinen Rückflug gebucht. Der Plan sieht folgendermaßen aus. Vom 13. – 15. Juli ist mein Final Camp in Neuseeland. Danach geht es vom 18. – 25. Juli mit ein paar anderen Freiwilligen nach Tonga, um uns dort die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Am 26. geht dann mein Flug zurück nach Good Old Germany. Ich sollte dann planmäßig am 27. Juli um 13:45 Uhr in Düsseldorf am Flughafen ankommen. Das heißt ihr könnt jetzt die Tage, Stunden und Minuten zählen bis der gute Sohn, Bruder, Freund oder sonst was wieder nach Hause kommt. Das Seminar, das eigentlich direkt nach meiner Rückkehr in Deutschland stattfinden sollte, findet jetzt erst im September oder Oktober 2011 statt.

Immer öfter heißt es: Ich muss über meinen Schatten springen. Da gibt es viele Situationen. Seeigel essen, von hohen Klippen springen, direkt neben Rochen schwimmen und überhaupt gibt es eigentlich jeden Tag etwas Neues zu entdecken. Was ich in meinem Jahr vor allem lerne, ist etwas über mich selbst. Wie Ian, ein Mitarbeiter es gesagt hat: „Man kann an so einem Platz wie Orama nicht leben ohne etwas über sich selbst zu lernen!“ Da ich immer wieder vor neue Aufgaben gestellt werde, entdecke ich stets neue Seiten an mir.

Natürlich gibt es zwischendurch auch mal Probleme, das bleibt ja nicht aus. Es gibt Differenzen mit Mitarbeitern, lästige Arbeiten, die durch bessere Planung hätten vermieden werden können und gerade in dieser Woche wurde ich andauernd an andere Arbeitsplätze geschickt. Da kann man einfach nichts fertig kriegen. Man hilft überall ein bisschen, aber es ist schon frustrierend, wenn man nicht sehen kann, was man gemacht hat. Aber hey, so ist das Leben. So etwas gibt es überall und da steh ich drüber.

Nicht nur beim Essen gibt es interkulturelle Begegnungen. Ich versuche auch immer so viel wie möglich über andere Kulturen (vor allem Korea, Honduras, Südafrika und Neuseeland) zu lernen und auch etwas von der deutschen Kultur mitzugeben. Jorge und Jae wissen jetzt zum Beispiel was Feierabend ist und freuen sich genau wie ich immer darauf. Ziemlich wichtig finde ich.

Immer öfter gibt es jetzt auch Fahrjobs zu erledigen. Das heißt, mir wird vertraut. Da ich Auto fahren liebe, trifft sich das ganz gut. Den Van nach Claris fahren, um den neuseeländischen TÜV zu kriegen, mit dem Truck nach Tryphena, um Leute von dort nach Orama zu bringen, den Müll zur Deponie bringen, denn eine Müllabfuhr gibt es hier nicht, oder die bestellten Sachen für Orama von der Fähre abholen. Das sind alles keine weiten Strecken, aber für die ca. 30 km von hier bis nach Tryphena braucht man ca. 90 Minuten.

Die Fähre konnte vor zwei Wochen nicht kommen, da das Wetter zu schlecht war. Normalerweise kommt sie am Dienstag, aber da konnte sie erst am Donnerstag kommen. Daher wurden hier ein paar Sachen knapp. Milch, Früchte und Gemüse vor allem. Das ist das wahre Inselleben. Die kleinen Dinge, hängen von vielen Sachen ab und sind nicht immer ganz so einfach. Supermarkt? Fehlanzeige! Und wenn die Fähre nicht kommen kann, können natürlich auch die kleinen Tante-Emma-Läden keine neuen Sachen kriegen. Aber genau diese kleinen Dinge machen den Reiz von GBI aus. Abenteuer pur.

In der Freizeit: Cricket, Rugby, Schnorcheln, Schwimmen, Fußball, Kajaktouren, Karten spielen, Filme gucken und vieles von dem ich oben schon erzählt habe. Neuerdings starten wir in unserer Wohnung manchmal eine kleine LAN-Party. Abends, wenn es zu dunkel ist draußen etwas zu machen und der Strom ausgeht noch ein bisschen daddeln.

Fischen war ich auch wieder. Hab sogar was gefangen. Das Meiste kann ich zwar nur als Köder verwenden, aber immerhin. Ich habe aber auch meinen ersten Fisch selbst zerlegt und das Festmahl werde ich nachher noch feierlich zelebrieren.

Die Delfine waren wieder hier. Dieses Mal war es aber noch besser als letztes Mal. Im knapp 1,50m tiefen Wasser waren die Tiere und sind um einen herumgeschwommen  als ob es das normalste der Welt wäre. Die Bilder kannte ich bisher echt nur von Fotos und Filmen. Sie waren verdammt nah, also habe ich probiert sie zu berühren, aber das war echt unmöglich. Egal wie gerne die Delfine mit einem schwimmen und es eventuell genießen, angefasst werden möchten sie wohl nicht. Einer kam direkt auf mich zugeschwommen und hat sich vermutlich genau so erschrocken wie ich mich. Ich hab ihn nur so ganz eben verfehlt. Von diesen Momenten gab es eine ganze Menge.

Ich wünschte ich könnte mit meinen Augen festhalten was ich hier sehe, denn so gut ich es auch beschreiben will, ich denke es kommt nur ein kleiner Teil von dem, was ich erlebe, wirklich an. Mit Fotos wird es zwar ein bisschen einfacher, aber selbst damit kommt einfach nicht alles rüber.

Was steht in nächster Zeit noch an? : Die nächste Woche werde ich eventuell noch mal spontan auf das Festland, um mir mehr von der Nordinsel anzuschauen. Mitte November kommt Nele hierher und arbeitet dann für 2 Wochen hier. Eine Woche später kommen Verena und Hanno und bleiben zusammen mit Nele bis Ende November. Bald kommt eine Gruppe mit fast 100 Kids nach Orama. Da wird es vermutlich richtig stressig. Und sonst, lass ich mich mal überraschen. Ich werde berichten.

Vielen Dank an alle die mir Mails oder Nachrichten schreiben. Ich freue mich immer was aus der Heimat oder anderen Ländern zu hören. Ich versuche immer so schnell wie möglich und ausführlich zu antworten und hoffe, dass es mir bis jetzt auch ganz gut gelungen ist.

Auch meine erste Postkarte in Neuseeland habe ich bekommen, danke dafür Marcel. (Ist am Dienstag angekommen glaube ich 😉 ) Außerdem habe ich ein dickbepacktes Paket von zu Haus bekommen. Deutsche Süßigkeiten, GÖTTLICH! Danke!

Ich wurde auch angerufen aus Otti. Vielleicht findet jemand anders ja eine billigere Alternative als die drei Chaoten, die über 50 Euro auf den Kopp gehauen haben. J Aber auch dafür ein fettes Dankeschön! Das hat mir meinen Arbeitstag echt versüßt.

Nachdem ich mir das alles noch mal durchgelesen habe, fällt mir auf, dass ich oft „wir“ schreibe statt „ich“. Klingt für Euch vielleicht komisch, aber ich erlebe die meisten Sachen einfach zusammen mit Jannis, Mo, Jorge und Jae.

Dafür dass lange nichts passiert ist, habe ich jetzt ausführlich geschrieben und bin mit 8 Seiten schon ganz zufrieden. Es hat aber ewig gedauert. Damit ihr das nächste Mal nicht wieder so ewig warten müsst und die Arbeit für mich auch überschaubar bleibt, versuche ich mal regelmäßiger und in geringeren Abständen zu schreiben.

Fotos kommen auch noch die Tage. Ich warte aber noch, bis der neue Monat anfängt, denn ich bin schon weit über meinem Limit.

Schöne Grüße aus dem sonnigen Neuseeland! Über weitere Nachrichten, Mails, Post, Pakete, Telefonate, Telegramme, SOS-Rufe oder Brieftauben würde ich mich sehr freuen 😉

Bis zum nächsten Mal,

Euer Flo

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Futter für die Augen

Gibt neue Fotos und ein Video in meinem Picasa-Album.

Link an der Seite –>

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Ein bisschen was Neues von mir

Hallo alle zusammen!

Seit dem letzten Artikel ist ein bisschen was passiert und ich habe mir gestern Abend und heute Zeit genommen mal wieder einen längeren Beitrag zu verfassen. Ich bin nun seit ungefähr einem Monat hier und ich werde mal einen generellen Überblick geben wie es hier so abgeht und erzählen was in letzter Zeit so passiert ist. Vielleicht überschneidet sich das ein wenig mit den Sachen, die ich bereits geschrieben habe, aber dann gibt’s halt mehr zu lesen. Fotos werden die Tage wahrscheinlich auch noch kommen, also ein bisschen Geduld, dann gibt es noch mehr Futter für die Augen.

Nachdem wir nun einige Zeit zusammen gelebt und gearbeitet haben, verstehen wir Freiwilligen uns immer noch wunderbar uns es wird stets besser. Mit den Deutschen verfällt man immer wieder in die alte Gewohnheit mal eben deutsche Floskeln zu gebrauchen oder einfach mal so deutsch zu sprechen, weil man zu faul ist. Erfüllt zwar nicht den Zweck Englisch zu lernen, aber es ist halt einfacher. Auch wenn es schnell gehen muss beim Arbeiten oder so wird mal auf Deutsch zurückgegriffen. Dennoch versuchen wir untereinander so viel Englisch wie möglich zu sprechen. Die ersten paar Tage war es übrigens immer sehr komisch mit ihnen auf Englisch zu sprechen, weil man doch so viel einfacher kommunizieren könnte. Die Kiwis verstehe ich auch immer besser. Neue Vokabeln sind an der Tagesordnung, wollen aber nicht immer in meinem Hirn bleiben.

Die ersten Wochen hat das mit dem Aufräumen in unserer Wohnung noch ganz gut geklappt, doch so langsam lassen wir uns alle gehen und dementsprechend sieht es manchmal auch aus. Vom Boden kann man Essen, nicht weil er so sauber ist, sondern weil dort einfach genug ist und das Geschirr in der Spüle stapelt sich. Vielleicht greifen wir bald auf Singletipp Nummer 1 zurück: Eingefrorenes Geschirr schimmelt nicht! Naja, ein bisschen übertrieben, aber es könnte wirklich besser aussehen.

Ich hab mich auch daran gewöhnt, dass alles, was bis vor kurzem noch Standard war, hier nur eingeschränkt vorhanden ist. Da wir hier nur 8 Stunden Strom haben pro Tag plane ich alles was Strom benötigt vernünftig, damit zum Beispiel der Akku vom Laptop abends noch genug Power hat für einen Film oder um ein paar Mails zu schreiben. Filme gucken ist übrigens eine der Freizeitbeschäftigungen auf die ich hier mit am Meisten zurückgreife. Glücklicherweise haben viele der Leute eine ganz Sammlung an Filmen, die wir uns ausleihen können. Manche Abende enden daher mit einem gemütlichen Filmabend. Wie im Englischunterricht auf Englisch mit englischem Untertitel. Diesmal achte ich sogar drauf 

Internet ist die Sache auf die ich am schwersten verzichten kann. Die $50 pro Monat sind ziemlich schnell verbraucht. Die Nutzung beschränkt sich eigentlich nur auf Mails und meinen Blog. Wie gesagt, abends schreibe ich manchmal ein paar Mails. Alles was verschickt werden muss, wird vorgeschrieben, damit ich nur eine ganz kurze Zeit im Internet brauche. Klappt ganz gut, aber manchmal würde ich schon gerne einfach ein bisschen surfen. Mit der Zeit wird sich aber auch das legen.

Geld kann man hier nicht wirklich ausgeben, was natürlich den Vorteil hat, dass ich für den Reisemonat sparen kann oder mir bald eventuell einen Tauchkurs leiste. Im Shop von Orama haben wir Volunteers pro Monat $50 frei. Süßigkeiten, Getränke und Shampoo können wir von dem Geld kaufen. Damit kann man ganz gut auskommen, da das Essen immer gut und reichlich ist.

Die Isolation mit der ich gerechnet habe ist zwar wirklich vorhanden, aber so schlimm wie ich es mir vorgestellt habe, ist es nicht. Da wir 5 Freiwillige sind, die alle mehr oder weniger die gleichen Probleme und Wünsche haben, hat man immer jemanden mit dem man irgendwas machen kann, sei es Karten spielen, Wandern, Kajak fahren oder sonst irgendwas. Auch mit den anderen Leuten hier ist man immer in Kontakt. Meistens sind immer so 20 Leute da mit denen man sich unterhalten kann. Am Samstag wurden wir von einem Paar eingeladen mit ihnen den Abend zu verbringen. Im Vergleich zu dem, was in der Abizeit an den Samstagabenden gelaufen ist ein krasser Unterschied, aber auch nett.

Partymäßig ist hier bis jetzt noch rein gar nichts los. Damit werden wir wohl warten müssen, bis wir nach Auckland rüber gehen für ein paar Tage. Heute Abend ist allerdings im Boat Club irgendeine Sache. Ich hab nicht richtig durchgeblickt, was es genau ist, aber ich bin auf jeden Fall dabei. Was ich weiß: Es gibt ein Abendessen, eine Auktion, bei der man zum Beispiel einen Segeltrip ersteigern kann und ein Motto: The Sea! Da ich das allerdings erst gestern erfahren habe und auch nicht wirklich die Möglichkeit besteht kurzfristig etwas zu besorgen, hab ich am Anfang gedacht, das ich nichts habe zum Anziehen. (Ich rede wie meine Schwester ) Aber da ich ja ein schlauer Bursche bin, hab ich für solche Situationen mein Karnevals-Alfsee-letzte Reserve-Allzweckhemd eingepackt. Badehose und Strohhut dabei, fertig!

Kommen wir aber jetzt mal zu dem Teil weswegen ich eigentlich in Neuseeland bin, zur Arbeit:

Wir arbeiten jetzt endlich nach dem Raster, das für uns aufgestellt wurde. Jeder hat Woche für Woche seine Aufgaben, die er täglich oder wöchentlich erledigen muss. Nach jeder Woche rotieren wir, sodass man nur alle 5 Wochen wirklich die gleichen Aufgaben hat. 4 Wochen davon erledigt man alle möglichen Dinge, die sich um Orama drehen. (Gemüse schnibbeln, Frühstückspause vorbereiten, Abwasch, Wäsche waschen, Rasen mähen, Staubsaugen, Fenster putzen, Holz hacken, Betten machen, Müll wegbringen und zur Deponie fahren, Sachen von der Fähre holen, die Lebensmittel etc. bringt, …) Manchmal gehört auch Kochen dazu. Gestern zum Beispiel habe ich zusammen mit Jorge und Jannis, bewaffnet mit Mamas Rezept für Pizzabrötchen und meinem Lieblingssalat von Pizza Flizza, das Lunch zubereitet. (Erst beim Durchlesen ist mir aufgefallen, dass hier Mittagessen stehen sollte) Wenn alle Aufgaben für die Woche erledigt sind, fangen wir mit verschiedenen Projekten an. Diese Woche sind wir damit gestartet eines der Häuser umzubauen. Ein schöner Ausgleich zu den normalen Arbeiten. Wände müssen raus – hätte ich Frust, könnte ich ihn daran auslassen. Aus einem kleinen Wohnzimmer wird ein großes und aus dem Eingangsbereich mit Bett wird ein kleines Zimmer und ein Flur. Da macht es sich bezahlt, dass ich immer mal wieder so was in der Art am Wochenende und in den Ferien gemacht habe.

In der anderen Woche arbeitet man bei OPC mit. OPC ist die „Abenteuerorganisation“, die alles Mögliche an Zeug für die Gäste zu Verfügung stellt, wie Kajaks, Tauch- und Schnorchelausrüstung, Klettermaterial usw. . Bis jetzt habe ich noch nicht dort gearbeitet habe aber von Jannis und Jae gehört, dass es sich stark von den mehr oder weniger alltäglichen Dingen von Orama unterscheidet. Streichen, Boote putzen und Dinge (zum Beispiel Halterungen für Wetsuits) bauen steht dort an. Ist man in der OPC-Woche hat man zusätzlich das Vergnügen sich um den Generator kümmern zu dürfen. Man muss also dafür sorgen, dass die beiden Generatoren an und aus sind, wenn sie es sollen. Vergisst man etwas oder macht etwas falsch, hat das gesamte Camp keinen Strom. Heißt also: Morgens um 7:30 den großen Generator anschmeißen und den Timer auf 3 Stunden stellen. Um halb 5 nachmittags den großen wieder anschalten und nach 2-3 Stunden auf den kleinen umschalten, da um diese Zeit nicht mehr so viel Strom gebraucht wird. Außerdem muss man sich in dieser Woche um die Rattenfallen kümmern. Ein Bereich auf GBI ist durch einen Zaun abgetrennt. In diesem Bereich wird versucht alles Leben, was da nicht hingehört, zu eliminieren, also alle Tiere, die von Einsiedlern eingeschleppt wurden. Ratten, Katzen, vielleicht auch Elefanten sind nicht gern gesehen. Überall auf dem Areal sind daher Rattenfallen verteilt. Für einen Teil dieser Fallen sind wir verantwortlich. Die Aufgabe dabei ist es alle Fallen auf Ratten zu überprüfen, die Fallen mit neuem Köder, also Erdnussbutter und einer Nuss, zu bestücken und Rattenkarten hineinzulegen. Mit den Dingern kann man schauen, ob sich Ratten in der Falle aufgehalten haben. Sollte sich in einer Falle ein Prachtexemplar von Ratte befinden, müssen wir unsere Beute in einen BEUTEL (HAHA) stecken und ins Gefrierfach packen. Interessante Arbeit 😉

Die Gruppe für die wir letztens alles hergerichtet haben, die erste für uns Freiwilligen, war hier. Im Grunde hatte ich nicht viel mit ihnen zu tun, aber es war trotzdem nett, mal andere Gesichter um sich zu haben. Zwischendurch hat man sich mal mit ihnen unterhalten oder abends mit ihnen Tischtennis gespielt. Die hab ich übrigens aus irgendeiner Ecke hier im Camp hervorgekramt und wieder auf Vordermann gebracht, damit wir noch eine Möglichkeit haben unsere Freizeit bestmöglich zu verbringen. Mit den anderen Mitarbeitern und Leuten, die hier in Orama wohnen haben ich eine kleine Liga gestartet. Wir können unsere eigenen Ideen also super mit einbringen und sie werden auch akzeptiert.

Übrigens: Das Wetter ist sehr wechselhaft. An einem Tag schüttet es wie aus Eimern, am nächsten kann ich in T-Shirt und kurzer Hose direkt am Wasser liegen und die Sonne genießen. In diesen Momenten frage ich mich immer: Wenn das der Winter ist, wie soll dann der Sommer werden?

Wieder weg von der Arbeit und zurück zur freien Zeit:

Am Samstag waren wir wieder mit den Mädels beim Fußball, diesmal Training. Zuerst haben die Kleinen ein paar Übungen mit der Trainerin gemacht. Danach durften wir dann ran. Meine „erfolgreiche“ Fußballzeit ist zwar seit Jahren vorbei, aber ich kann mich noch an ein paar Übungen erinnern, die wir einfach mal ausprobiert haben. Scheint den Kids auch wohl gefallen zu haben, da wir wiederkommen sollen.

Vorgestern hat Jo uns, Jorge, Mo und mich mitgenommen in einem Boot. Wir fahren Skurfen. Das ist eine Mischung aus Surfen und Wasserski. Man steht, bzw. sollte auf einem Board stehen, das aussieht wie ein Surfbrett, und von einem Boot wie beim Wasserski gezogen wird. Das Aufstehen während der Fahrt hat allerdings nicht so gut geklappt, also sind wir einfach auf dem Dingen liegen geblieben und hatten vielleicht sogar mehr Spaß, als auf die richtige Weise. Dafür sah es nicht so elegant aus, Video folgt 😉 Nebenbei hat Jo uns gezeigt wie man das Boot fährt. Ich hoffe, dass wir bald auch alleine rausfahren dürfen, um ein paar Trips zu machen. Als wir dann alle durchgefroren waren, sind wir noch eine Runde Angeln gewesen. Mein erstes Mal, ich hab also keine Ahnung, aber ich glaube, die Sachen die wir innerhalb von 30 Minuten gefangen haben, waren größer als die Sachen, die man in Deutschland fangen kann. Unsere Ausbeute: 2 Tintenfische und ein Fisch. Für den Anfang gar nicht schlecht. Ich habe ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass es mir Spaß macht, aber es war echt lustig und ich werde das auf jeden Fall wiederholen.

Zwischendurch haben wir immer mal ein paar Sachen, die uns gezeigt oder für die wir trainiert werden, um selbstständiger arbeiten und handeln zu können. Gestern hat uns Brian zum Beispiel gezeigt wie wir bei den richtigen Kajaks (bis jetzt sind wir nur mit so kleinen Teilen gepaddelt) wieder in den Sitz reinkommen, nachdem wir umgekippt sind. Da es heute ziemlich windig war, nicht ganz einfach. Wenn wir noch ein bisschen üben, können wir bald eine Wochenendtour machen. Zelt, Schlafsack und Campingkocher mitgenommen und auf in die Wildnis. Steht bei uns auf der To-Do-Liste ziemlich weit oben.

Ganz oben steht ein Trip nach Auckland. Der erste für uns in der Zeit auf GBI. Dort werde ich mir wohl mal ein Heft kaufen um Gitarre oder Klavier zu lernen. Instrumente haben wir hier und können wir auch benutzen. Nur spielen kann ich halt nicht. Außerdem habe ich hier die Möglichkeit neben Englisch auch noch andere Sprachen zu lernen, zumindest die Basics. Spanisch, da ich mit Jorge einen Muttersprachler hier habe und Afrikaans, da der Manager Hannes und seine Frau aus Südafrika kommen. Mal schauen zu was ich mich motivieren werde, um die Zeit hier optimal zu nutzen. Dass ich solche Möglichkeiten habe, konnte ja keiner ahnen. Daher werde ich versuchen irgendwas davon in die Tat umzusetzen. Explore every opportunity!

Wenn ich mir das alles mal durch den Kopf gehen lasse und das bisschen was ich von den anderen Projekte höre damit vergleiche habe ich echt ein hammer Projekt erwischt, vielleicht das beste?! Das Essen ist gut, die Leute nett, die Arbeit abwechslungsreich und die Freizeitmöglichkeiten der Wahnsinn. Manche bauen NUR Häuser, ein paar betreuen NUR Kinder, ich habe alles zusammen. Variation pur!

Das wars dann erstmal wieder von mir. Doch heute ist nicht alle Tage, ich schreibe wieder keine Frage…

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Hello again!

Jetzt habe ich es auch mal wieder geschafft einen Eintrag zu schreiben. Ich muss mich in letzter Zeit stark zurückhalten mit Internet, da ich auf seltsame Weise schon nah an meinem Limit dran bin. Daher wird das hier eventuell mein letzter Eintrag und auch Auftritt im Internet für diesen Monat.

Anyway, nachdem ich die letzte Woche nicht viel gemacht habe außer gegessen und Filme geguckt konnte ich heute wieder loslegen. Da ich mir am Dienstag ne Bänderdehnung zugezogen hab, habe ich mein Fuß schön hochgelegt und ein bisschen was im Büro gemacht. Da dort allerdings nicht so viel zu tun war, kenne ich jetzt ne ganze Menge neue Filme, auch schön. Und ja Mama mir geht’s wieder gut! J

Heute haben wir alle dann die Zimmer für die Gruppe, die morgen kommt, sauber gemacht und hergerichtet. Dabei hab ich sogar „richtig“ Asche gemacht. Wie im Comic unter den Sofakissen. $2.20, JIHA!

Am Samstag sind die Mädels von unserem Manager, seine Frau und wir Volunteers zum Südteil der Insel gefahren, um den Mädels beim Fußball zuzugucken und sie anzufeuern. Unentschieden, immerhin. Für den nächsten Spieltag steht vermutlich auch ein Spiel für die Erwachsenen an und wir dürfen auch ran. Hannes, mein Chef, hat uns ebenfalls angeboten den Süden von GBI in allen möglichen Sportarten herauszufordern. Heißt für uns: Cricket, Rugby, Fußball, Volleyball. Mal schaun was die Kiwis so drauf haben.

Bevor ich so blöd war und umgeknickt bin, bin ich mit den anderen beiden Deutschen ein bisschen Wandern gewesen. Sehr geile Wege und Ausblicke. Der Strand ist auch super. Fotos kommen später, wie gesagt bin am Limit.

Joar, da nicht viel los war in letzter Zeit habe ich momentan auch nicht viel zu berichten.

Wie siehts aus im schönen Otti? Wie in Costa Rica, Australien, Argentinien, England, Mosambik, Bolivien, im Rest von Neuseeland und wo es Euch sonst so hinverschlagen hat? Würde mich freuen was von Euch zu hören. Postkarten sind übrigens ne schöne Sache 😉

Also bis dann meine Freunde der Sonne, einen lieben Gruß von meiner kleinen Insel! Kuss, Flo

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Ein paar Fotos!

Ich habe mal ein paar Fotos und ein Video hochgeladen bei Picasa.

Link: http://picasaweb.google.com/101475067934693682316

Leider wird das wohl nicht oft passieren, da das ne ganze Menge an Daten frisst und ich pro Monat nur eine bestimmte Menge benutzen kann. Das muss also erstmal reichen.

Mir gehts weiterhin gut, morgen geht die Arbeit richtig los.

Gruß aus dem „winterlichen“ Neuseeland, Flo

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Die ersten Tage in Aotearoa (the Land of the Long White Cloud)

Endlich bin ich hier und so langsam geht der ganze Spaß richtig los.

Nachdem wir eine Nacht in Auckland und eine Nacht in Rotoura verbracht hatten ging es zum Orientation Camp, das ebenfalls in Rotoura stattfand. Alle Leute waren super nett und wir hatten viel Spaß. Der Manager von ICYE NZ Sam und seine Mitstreiter haben ihr Bestes gegeben, um uns auf die anstehenden Erfahrungen vorzubereiten und uns die größten Ängste zu nehmen sowie offen Fragen zu klären.

Die meisten Abende endeten schon um 22 oder 23 Uhr, weil wir alle noch ziemlich fertig waren. Vielleicht lag es auch mit daran, dass Alkoholverbot herrschte, aber wer weiß das schon.

Ich habe übrigens einen neuen Lieblingssport: RUGBY! Das ist genau mein Ding. Mir tut zwar immer noch alles weh, aber das war es wert. Tacklen was das Zeug hält hat was. Das Spiel zwischen den All Blacks und Australien haben wir im Camp natürlich auch geguckt. Die All Blacks haben gewonnen 😉

Obwohl auf dem Seminar wieder viele nette und interessante Leute waren und die Aktionen Spaß gemacht haben, hatte ich nach einigen Tagen den Papp auf. Ich wollte endlich in mein Projekt, um mit der eigentlichen Aufgabe zu starten.

Am Sonntag um 2:45 morgens ging es für die Leute, die nach Christchurch mussten und die, die auf die GBI gehen los. Zunächst mit Taxi und Bus zum Airport, wo sich dann nach einiger Wartezeit die Wege trennten. Auf einmal ging es für uns ganz schnell. Als wir einchecken wollten, sagte uns die Frau hinter dem Schalter, dass in 5 Minuten das Boarding vorbei ist und wir pro Person nur 15 Kilo mitnehmen dürfen. 15 KILO? Ja! Aus 40 Kg mussten wir also jeder fix 15 machen und den Rest erstmal am Flughafen lassen. Also das wichtigste in eine Tasche gestopft und losgerannt zum Gate. Moment mal? Der Typ, der uns eben noch die Koffer abgenommen hat sitzt auf einmal hinterm Steuer. Und tatsächlich war er der Pilot. Am Anfang war einem da schon ein bisschen mulmig. Der Flug an sich war auch spannend. Man hat schon gemerkt, dass man nicht im A380, sondern in einer Propellermaschine für 10 Leute sitzt. Vom Flugzeug aus ließ sich schone erkennen, dass GBI wie das Paradies aussieht. Das bestätigte sich dann als wir mit Hannes, unserem Projektmanager, die einzige „Straße“ auf GBI entlang fuhren. Straße ist allerdings übertrieben. Auf der einen Seite ist ein Abgrund und auf der anderen sieht es aus wie im Dschungel. Die Straße ist eigentlich ein platter Schotterhaufen. Nur ein kleiner Teil des Weges ist geteert.

Nun zum Projekt: Es ist der Wahnsinn! Von unserem „Volunteer Castle“ sind es vielleicht 100 m bis zur Bucht an der das Projekt liegt. Direkt am ersten Tag konnten wir Delfine sehen, mit denen man auch schwimmen kann, weil sie nicht menschenscheu sind. Bilder werden hoffentlich folgen. Es sind zwar erst 3 Tage hier, aber bis jetzt kann ich mich absolut nicht beklagen. Meine Skepsis, die ich hatte, war völlig unnötig. Hannes hat uns alle Fragen beantwortet und uns erklärt, dass wir neben der harten Arbeit eine ganze Menge Spaß haben können. So können wir uns Kajaks, Tauchausrüstung, Klettersachen, Boote usw. umsonst leihen und damit unsere Freizeit verbringen. Alle 4 Wochen ca. können wir aufs Festland und unser Wochenende dort verbringen.

Unsere Arbeit wird laut Hannes sehr variabel und breit gefächert sein. Küchendienst und Putzen gehören genauso dazu wie Rasen mähen, Müll zur Deponie fahren, alles Instand halten sowie beim OPC aushelfen. Der OPC hat direkt am Projekt ein Haus in dem alles (Kajake etc.) gelagert werden. Dafür, dass immer einer dort ist, dürfen wir die Sachen halt auch in unserer Freizeit benutzen. Diese Woche haben wir nur Training bei dem uns alles gezeigt wird, wo was ist, wie diese und jene Maschine funktioniert und was wir nicht machen dürfen.

Nun bin ich also hier und warte gespannt auf die ersten richtigen Arbeitstage nächste Woche. In der werden wir das Camp erst noch auf Vordermann bringen, da danach die Woche eine große Gruppe ankommt, für die alles Tiptop sein muss.

Fotos werden noch folgen. Bis dann, Flo

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